So findest Du Dein Herzblatt! Pardon, das richtige Papier!

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So findest Du Dein Herzblatt! Pardon, das richtige Papier!

Matt oder glänzend, gestrichen oder ungestrichen und für welche Grammatur soll ich mich entscheiden? Manchmal erinnert die Auswahl des richtigen Papiers an eine beliebte TV-Flirtshow der 90er. Die Kandidaten bekamen einander nie zu sehen, nur zu hören. Nach einer mehr oder weniger lustigen Fragen-Runde musste man sich nach einer „kurzen Zusammenfassung durch Susi“ für ein „Herzblatt“ entscheiden. In vielen Fällen ging das gut, in manchen Fällen war das Erlebnis für beide Beteiligten nicht so berauschend.

Was hat „Herzblatt“ mit einem Tipp rund um Papier zu tun?

Online Drucksorten zu bestellen, bietet viele Vorteile. Allerdings kann die Enttäuschung oft groß sein, wenn für die eifrig und lang ausgearbeitete Idee das falsche Material gewählt und verarbeitet wird. Ähnlich wie bei der TV-Show fehlen ein paar wichtige Informationen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Grafiker kennt die Papiersorten natürlich in- und auswendig, doch wenn die Auswahl des richtigen Papiers nicht das täglich Brot ist, kann eine noch so ausgefeilte Werbeidee schnell nach hinten losgehen. Der optische und haptische Eindruck ist entscheidend und wenn dieser fehlt, gerät man gut und gerne in die Tücken der Qual der Wahl.

Wie wähle ich das richtige Papier aus?

Ob der Katalog eines Unternehmens, Flyer für ein Event, Briefpapier des Tierschutzvereins im Heimatort oder die Visitenkarten einer Online Agentur – jeder Verwendungszweck hat andere Ansprüche die Wahl des Papiers betreffend. Um bei dieser Entscheidung sattelfest zu sein, lohnt es sich, einerseits Druckprodukte bei einer kompetenten Druckerei in Auftrag zu geben und andererseits mehr über Papier, seine Beschaffenheit und Herstellung, Bescheid zu wissen.

Fangen wir deshalb ganz am Anfang an, als das Papier erfunden wurde.

Die Geschichte des Papiers

Von jeher hatte der Mensch den Drang, Dinge aufzuzeichnen und für die Nachwelt festzuhalten. Dies belegen die Höhlenzeichnungen mit Pigmentfarbe aus der Steinzeit. Papier selber gibt es seit ca 5.000 Jahren. Die ersten Versuche unternahmen die Ägypter mit Papyrus-Pflanzen, die schließlich auch als Namens-Paten der neuen Erfindung standen. Die Urform des Papiers, so wie wir es heute kennen, stammt aus China und hier wurde erstmals mit einem Brei aus Pflanzenfasern gearbeitet.

Historischer Fakt: Im Jahre 105 n. Chr. berichtete Ts´ai Lun, ein Beamter am chinesischen Kaiserhof, über diese bahnbrechende Erfindung. 

Woraus besteht Papier?

Papier besteht im Wesentlichen aus folgenden Bestandteilen:

  • Fasern (Zellstoff, Holzschliff, Halbzellstoffe)
  • Füllstoffen (Kreide, Kaolin, Talkum, Gips, Bariumsulfat, Titanweiß)
  • Stärke (Kartoffeln, Mais)
  • Hilfsstoffen (Retentionsmittel, Farbstoffe, Flockungsmittel)
  • Wasser

Je nach Art und Einsatzzweck wird mehr, weniger oder gar kein Holz verarbeitet.

Wie wird Papier hergestellt?

Der Papierbrei (Zellstoffe + Füllstoffe + Stärke + Hilfsstoffe + Wasser) wird der Maschine zugeführt. Durch Schüttelbewegungen des Fließbands verteilt sich der Faserbrei gleichmäßig auf der Siebpartie. Auf dem Sieb lagern sich die Fasern ab, und das Wasser läuft nach unten. In der Pressepartie wird durch mechanischen Druck die restliche Wassermenge entzogen, dann passiert das Papier die Trockenpartie. Im Anschluss wird das Papier aufgerollt oder es kommt zu einem weiteren Verarbeitungsschritt, dem Streichen.

Durch diesen Vorgang wird die Oberfläche des Papiers veredelt, also durch aufgetragene Bindemittel nochmals verfeinert, der sogenannte „Strich“ entsteht. Als Streichfarben werden Mittel aus Kreide, Kaolin, Kasein oder Kunststoffdispersion verwendet, die das Papier versiegeln und für glattere und stabilere Oberflächen sorgen. Das ungestrichene Papier wirkt rauer, die einzelnen Fasern des Papiers sind beim genauen Hinsehen noch erkennbar.

 

Gestrichenes Papier / Coated PaperUngestrichenes Papier (Uncoated Paper) Gibt es in den Varianten matt, halbmatt, glänzend Natürliche Haptik & Optik Geschlossene Oberfläche, bessere Bedruckbarkeit    Raue Oberfläche, dezent & mattes Druckbild Hohe Farbbrillanz Geringere Farbbrillanz Fotodruckpapier, Kunstdruckpapier, ... Kopierpapier, Offsetpapier, Naturpapier Geeignet für Flyer, Visitenkarten, ... Flyer, Karten, Taschenbücher, ...

Gerade bei der Verarbeitung von Papier ist es wichtig zu wissen, welche Laufrichtung das verwendete Papier aufweist. Eigentlich handelt es sich hierbei um die Ausrichtung der Papierfasern, die das Material stabil oder instabil machen. Faltet man so das Papier gegen die Laufrichtung, kann es reißen oder brüchig werden. Das ist nicht zuletzt natürlich für den Druck von höchster Wichtigkeit.

Die Papier-Grammatur

Damit wird das Flächengewicht von Papier bezeichnet und bedeutet nichts anderes als die Angabe wie viel Gramm Papier pro Quadratmeter gemessen wird. Abhängig davon dieser ergeben sich die unterschiedliche Verwendungszwecke. Für einen Wickelfalz-Folder sollte kein zu dünnes oder zu dickes Papier gewählt werden.

Gewicht g/m2    PapiersorteEinsatzzweck
Bis 25SeidenpapierBasteln, Blumenverpackung, ...
25-60DünndruckpapierNachschlagewerke
Packungsbeilagen
Gesetzestexte
80-120Kopierpapier
Volumenpapier
Recyclingpapier
Premiumpapier
Buchdruckpapier
Kunstdruckpapier/Bilderdruckpapier 
Briefpapier
Flyer
Falzfolder
Zeitungen
Magazine
Bücher
150-250Halbkarton:
Kunstdruckkarton/Bilderdruckkarton
Recyclingkarton
Feinpapiere
Visitenkarten
Flyer
Bedingt Falzfolder
Zeitungen & Magazine
250-600Karton:
Kunstdruckkarton/Bilderdruckkarton
Volumenkarton
Baumwollkarton
 
Visitenkarten
Flyer
Karten
ab 600Pappe:
Wellpappe
Multiloft-Kartons mit Farbkern
Versandkartons
Bananenkartons
Visitenkarten & Karten

 

Die Welt des Papiers ist spannend und vielfältig zugleich. Und mit etwas Wissen und Know-How ist die Auswahl des richtigen Papiers ein Kinderspiel.

Nun, was darf für das nächste Druckprodukt Dein Herzblatt sein?

PS: Wer es ganz genau nehmen will und mehr wissen will, als nur "blind einen Kandidaten" zu ermittlen, kann sich bei uns einen ersten Eindruck des Papiers verschaffen. Ganz im Gegensatz zur Talkshow ;)
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